Sucre: Die Garmischer, mein Sprachkurs, Carneval, der erste Krankenhausbesuch und so viel mehr…

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Fast zwei Wochen habe ich nun in Sucre verbracht – auch als die weiße Stadt und für die dort produzierten Schokoladenspezialitäten bekannt (also genau richtig für mich)! Sucre ist auch die eigentliche Hauptstadt von Bolivien und nicht La Paz, was ich bis dato ehrlich auch nicht gewusst habe ☺️ Die Stadt ist wirklich wunderschön mit den schönen Kolonialbauten und der großen, schönen Plaza. Es hat mir dort echt gut gefallen! Auch das 7 Patas Hostel war einfach grandios! Tolle Leute, super freundliches Personal, tolle Ausstattung und bequeme Betten! Und das aller witzigste, ich hab wirklich Garmischer dort getroffen! Quirin, Hanna, Soren und ich kamen an meinem ersten Morgen dort ins Gespräch weil ich Quirin’s Deutschepost T-Shirt so lustig fand und ich ihn einfach darauf ansprechen musste, warum er das den trägt und dass er sicherlich Deutscher ist! Nach ein paar Minuten Gespräch hab ich ihn dann gefragt woher er den sei, da mir sein Gesicht wahnsinnig bekannt vorkam… Er meinte eben aus Garmisch und dann fiel bei mir der Groschen endlich! Quirin und ich haben uns wirklich mal letztes Jahr im Sommer auf einer Party unterhalten! Ich wusste nicht mal mehr seinen Namen, aber Zufälle gibt’s! Echt eine lustige Begegnung, dass man sich auch unabhängig von einander in Bolivien, in der gleichen Stadt und dann auch noch im gleichen Hostal zur gleichen Zeit wieder begegnet! Sowas ist mir in all den Jahren beim reisen noch nicht passiert! Die Welt ist echt ein Dorf! 😄

Mein Sprachkurs lief auch sehr gut und ich versteh die Grammatik nun um einiges besser! Ich habe auch ganz schön viele neue Vokabeln gelernt und auch wie ich Sätze richtig bilde! Jetzt heißt es nur noch alles im Kopf behalten 😅 ich muss aber wirklich sagen, dass ich Gesprächen schon sehr gut verstehe und auch gut zu Recht komme! Carla, meine Spanischlehrerin war einfach großartig und ich kann die ganze Organisation und den Aufbau der Kurse von der „Me Gusta“ Sprachschule nur wärmsten empfehlen. Aber nichts desto trotz muss ich noch super viel lernen! Also drugts ma die Damaling, dass i des pack 😁

So wie auch in Deutschland feiert man hier in Bolivien ausgiebig Fasching! Hierzulande eben Carneval genannt, der traditionell mit Wasserbomben, Sprühschaum, Musikkapellen und Tanz in den Straßen, viel Cerveza und „Leche de tigre“ zelebriert wird! Leche de tigre ist ein aus Eiern und einem bolivianischen Schnaps – Namens Singani – hergestelltes Getränk, dass es nur zu Carneval gibt und etwas an Bailys oder Eggnog erinnert! Die Bolivianer sind regelrecht Carneval süchtig und somit startet der Spaß auch schon circa ab dem 20.2.! Am 28.2. dem dia del las mujeres (Damenfasching) ging dann mal so richtig die Post ab! Gerald (ein super lieber und absolut witziger Österreicher den ich auch im Hostel kennengelernt habe und der auch einer meiner Dorm Mitbewohner war und nun auch mein erster Travelbuddy ist) und ich wollten eigentlich das ganze Spektakel der Fiesta festhalten! Beim Faschingszug angekommen wurden wir wie es sich traditionell gehört total mit Schaum eingesprüht, mit Wasserbomben beworfen und auch mit Wasserpistolen bespritzt! Gut, dachten wir uns… Weg mit den Kameras und auf in den Kampf! Bewaffnet mit Flaschen gefüllt mit Sprühschaum ging es zum Rachefeldzug in die gefüllten Straßen um auch endlich jemanden einzuseifen 😊 Wie im Krieg wurden und haben wir Erwachse wie Kinder eingesprüht! Am heimtückischen waren aber die Leute, die aus ihren Fenstern oder vom Balkon aus Wasserbomben oder sogar Wasser Kübel auf die unten vorbeilaufenden Leute geworfen und geschüttet haben! Somit war es unmöglich trocken und ohne Schaum im Gesicht und am ganzen Körper wieder zurück ins Hostel zu gelangen! Aber da es trotz rund 2900 Höhenmeter super schönes Wetter hatte und warm war, konnte man die erfrischenden „outdoor“ Duschen gut verkraften und es hat wirklich einen Heidenspaß gemacht durch die Straßen zu laufe und andere voll zu sprühen! Vor allem die Kinder hatte eine riesen Freude daran! Hat man erst mal selbst ein, zwei Kinder eingesprüht kamen sie auf einmal aus allen Ecken und dann hatte man auf einmal eine ganze Horde Kids um sich herum, die einen gleich mal ins Gesicht und in die Augen sprühten um eine „kampfunfähig“ zu machen! Meistens haben die Kinder gewonnen, aber klar Sie kennen ihre Tradition auch um einiges besser und sind „kampferfahrener“ als wir Gringos ☺️

Am Abend waren wir dann noch gemeinsam mit ein paar anderen von unserem Hostel in einem anderen Hostel in dem eine große Bar ist, denn dort gab es eine fette Feier! Dank Gerald hatte ich dort feiern Eintritt, den er wurde ein paar Tage vorher vom Hostelbesitzer gefragt ob er an dem Abend mit ein paar anderen Touristenboys einen Striptease  aufführung möchte! (Extra für die Ladys am Tag der Damen) 😊 da ich zufällig bei der Erstbesprechung dabei war (die im Dorm statt fand) und er erst davon ausgegangen war, dass ich seine Freundin bin hat er mir gleich einen freien Eintritt zugesichert! Hahaha gut für mich den 50 BOB hätte ich jetzt für ne Faschingsfeier nicht unbedingt bezahlt und im Endeffekt hatte ich dort leider nur sehr kurz meinen Spaß, den dort passiert das erste Unglück…

Ein etwas sehr betrunkenes Mädchen hat mir leider versehentlich ihren langen Fingernagel beim wilden gestikulieren ins offene Auge gerammt! Endergebnis an diesem Abend für mich, ein brennendes, tränendes Auge das anschwoll und sich so anfühlte als ob etwa im Auge war. Ich bin dann direkt ins Hostel, da es mega unangenehm war und ich mir wirklich schwer getan habe vor lauter Tränen noch was zu sehen. Ich hab noch versucht mit Augentropfen etwas zu richten, leider vergebens! Nach einer höllischen Nacht und am Ende meiner nervlichen Kräfte hab ich dann in der früh beschlossen ins nahegelegene Krankenhaus zu gehen um mein Auge kontrollieren zu lassen, da man mit bloßem Auge nichts erkennen konnte und es einfach nicht besser wurde! Gerald, der ab da mein persönlicher Krankenpfleger war, hat mich dorthin begleitet und sich rührend um mich gekümmert! Bei dem höllischen Verkehr und mit nur einem Auge wäre ich sicherlich noch überfahren worden 😅 Im Krankenhaus angekommen, hieß es erst mal auschecken wie das „System“ den funktioniert! Also zu aller erst mal zum Infoschalter, dort muss man kurz erklären (mein Problem war ja offensichtlich) was einem den fehlte. Daraufhin bekommt man einen Zettel und die mündliche Wegbeschreibung zur richtigen Abteilung! Aber bevor man untersucht wird, geht’s erst mal ans zahlen! Die Untersuchung kostet mich leidlich 30 BOB (das sind weniger als 4€) 😁 da lohnt es sich nicht mal die Versicherung einzusetzen! Nach der Zahlung und der Aufnahme meiner persönlichen Daten, hieß es dann auf den Arzt warten! Das Krankenhaus an sich war schon ein abenteuerliches Unterfangen, absolut nicht vergleichbar mit europäischen Standards! Alles weiß gefliest, recht heruntergekommen und sehr spartanisch eingerichtet! Da die ja wie bei uns alle keine Eile haben, warteten wir gut eine Stunde auf den Augenarzt. Erst hab ich einen allgemeinen Sehtest absolviert und anschließend wurde mein Auge genauer unter die Lupe genommen. Ich habe noch ein fluoreszierendes Mittel ins Auge getropft bekommen, anhand dessen konnte man genau sehen das ich einen guten Kratzer im Auge hatte! Der Arzt verordnet mir eine Salbe die ich alle 8 Stunden ins Auge geben sollte und für die ersten 2 Tage sollte es geschlossen bleiben! Die niedliche, alte bolivianische Krankenschwester hat mir zu erst Augentropfen, dann die Salbe eingegeben und dann mein Auge angeklebt! So war für mich klar als was ich zu Fasching gehen werde! 😊 Einäugiger Pirat! Extra für Gerald hab ich dann noch mein Tuch, das ich mir für meine Haare zuvor gekauft hatte in die Haare getan damit es Outfit komplett war, es hätte wirklich nur noch ein Papagei 🦜 auf der Schulter gefehlt! Nach der Krankenhausbehandlung hab ich mir erst mal Schmerzmittel, Valium (zum Schlafen, da ich Nachts wirklich schlimme Schmerzen hatte), antibiotische Augentropfen und die Augensalbe geholt! Alles Rezeptfrei versteht sich 😄 Da Gerald und ich vor dem Unfall noch beschlossen hatten eine Weile gemeinsam zu reisen, mussten wir auch einen Tag länger als gedacht in Sucre belieben! Ich hätte mich mit meinem Auge einfach nicht gleich nach einem Tag getraut eine große Stadt zu verlassen, 10 Stunden buszufahren und dann in einem Dörfchen wie Tupiza zu stehen wo es wahrscheinlich nicht mal einen Arzt gibt. Auch war mein intaktes Auge recht angestrengt, da es ja die ganze Arbeit alleine machen musste! Die darauf folgende Nacht habe ich dann endlich 10 Stunden durchgeschlafen, weil ich so fertig war! Nach 3 Tagen war das Auge wieder echt um einiges besser und ich hab es nicht weiter abkleben müssen! Somit ging die Reise dann am Sonntag den 3.3. endlich weiter Richtung Tupiza um von dort aus die Tour (für mich ein langersehntes Wiederkehren) in die Salar de Uyuni (der größte Salzsee der Welt) zu starten!

Hinzufügen muss ich noch folgendes: Hätte ich Gerald und auch die ganzen anderen lieben Hostelbewohner nicht gehabt (die schon fast wie Familie waren), die sich während meiner Krankheitsphase alle super lieb um mich gekümmert haben, dann wäre meine Genesung sicher nicht so schnell und gut verlaufen! Ein großes Dankeschön an so viel liebe Menschen denen ich begegnen durfte!

Das aller größte Lob natürlich an meine Travelbuddy Gerald! IMG_2327Er hat auch die Tage zu vor immer gut Acht auf mich gegeben und mir sogar mein Geschirr abgewaschen, da ich mich in Sucre noch tätowieren hab lassen und natürlich auch noch an beiden Händen 🤗 Es sollte best möglichst die ersten 1-2 Tage kein Wasser dran kommen, was fast unmöglich ist an den Händen, aber auch hierbei stand er mir immer zur Seite. Beim tätowieren selbst war er und unser anderer Dorm Mitbewohner Jaques (ein Deutscher,  der auch ein mega lieber Kerl ist) mit von der Partie um mir beim stechen zu zusehen! Die beiden haben mich auch erst wieder so richtig auf die Idee gebracht mich tätowieren zu lassen, da beide 1 Tag vor meiner Ankunft beim tätowieren waren. Gerald ist auch noch leidenschaftlicher Fotograf und Weltenbummler und deswegen will ich auch hier auf seinen Instagram Account aufmerksam machen wo man auch noch ein paar Bilder und Eindrücke unserer gemeinsamen Reise durch Uyuni sehen kann!

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